Gesundheit durch Heilkräuter

Wildpflanzen sicherten über Jahrtausende das Überleben der Menschen und erfahren heute eine Renaissance. Mit ihrem Reichtumg an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind sie gesundheitlich wertvoll und Kulturgemüse weit überlegen.

HWG00023-Efeu-GundermannDer würzige Gundermann ist eines der Wildkräuter, die man fast das ganze Jahr über frisch sammeln kann. Selbst unter dem Schnee treibt er frische Blättchen und ist im Frühjahr eines der ersten verfügbaren Wildkräuter. Die leicht gekerbten nieren- oder herzförmigen Blätter sind reich an Vitamin C, Kalium und Kieselsäure. Früher waren sie ein wichtiger Bestandteil der rituellen Neun-Kräuter-Suppe. Auch als Bierwürze war das herbe Kraut bis ins 17. Jahrhundert beliebt.

Die blauen Lippenblüten des Gundermann sind eine schöne Dekoration für Speisen und Teemischungen

Mit seinem einzigartigen herb-aromatischen Geschmack gibt er Fleischfüllungen, Eierspeisen, Eintöpfen und Suppen einen besonderen Geschmack. Wem er als Einzelgemüse zu streng schmeckt, mischt ihn am besten mit anderen Kräutern für einen delikaten Wildspinat, Salate, Kräuterbutter oder Kräuterquark. Sogar selbst gemachtes Eis, Kräuterbowle, Tee, Wein, Likör und Öl erhalten durch den Gundermann eine ungewöhnliche, pikante Note. Die süßlichen Blüten geben eine essbare Deko auf vielen Speisen.

Gundermann – ein Geheimtipp bei Schnupfen. Als Schleimlöser soll er zähen Husten, Lungenerkrankungen und Bronchialasthma lindern. Durch seinen Gehalt an Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Bitterstoffen wirkt er allgemein entzündungshemmend, schmerzlindernd und anregend auf Blase, Nieren, Galle, Leber und den gesamten Stoffwechsel. Auch als Badezusatz zur Kräftigung von Muskeln und Gelenken und als Mittel gegen Rheuma und Gichtschmerzen kann er eingesetzt werden. Ischias, Neuralgien, Zahnschmerzen und Magenverstimmungen soll er mildern.

In ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Medizin der Erde“ empfiehlt Susanne Fischer den frischen Presssaft zu gleichen Teilen mit Buttermilch vermischt esslöffelweise zur Kräftigung. Für die äußerliche Anwendung beschreibt S. Fischer die Herstellung eines wundheilenden Gundermann-Öls mit Hilfe der Sonne. Das Rezept für dieses Öl verriet ihr ein alter Tiroler. Im Juni oder Juli gesammelte frische, nicht gewaschene Gundermannblätter werden fest in ein Glas gepresst, das anschließend an einen sonnigen Platz gestellt wird. Nach einigen Tagen sammelt sich am Boden eine helle ölige Flüssigkeit, die vorsichtig abgeseiht und in einer dunklen Flasche an einem kühlen Ort aufbewahrt wird. Äußerlich angewendet soll das Öl die Heilung von Wunden, Verbrennungen, Geschwüren und Hauterkrankungen bei Mensch und Tier beschleunigen.

Wegen seiner langen Ranken spricht man beim Gundermann auch von der Gundelrebe. Wer in eine Blumenampel voll Erde ein paar Gundermann-Ranken steckt und feucht hält, erhält einen hübschen Balkonschmuck und kann fast das ganze Jahr über Blättchen und Blüten ernten.

Beim Sammeln in der freien Natur kann man den Gundermann könnte man den Gundermann vom Aussehen her leicht mit der Knoblauchsrauke, der echten Nelkenwurz oder dem Ehrenpreis verwechseln. Obwohl alle essbar sind, bringt eine Geruchsprobe am zerriebenen Blatt schnell Gewissheit, welche Pflanze man vor sich hat. Die weißblühende Knoblauchsrauke duftet nach Knoblauch, Nelkenwurz (gelbe Bklüten) und Ehrenpreis (hellblaue Blüten) haben kaum Eigengeruch. Der Gundermann blüht violett, hat einen einen vierkantigen, leicht behaarten Stengel und verströmt einen intensiven herb-würzigen Duft. Man kann ihn eigentlich nicht verwechseln.

35440251zWer sich umfassender über unsere Wildpflanzen informieren möchte, dem sei das Standardwerk: Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen empfohlen. Das Buch beschreibt über 2000 Pflanzenarten Mitteleuropas, die jemals in der Ernährung Verwendung fanden. Geordnet nach ihrer Blattform wird jede Pflanzenart beschrieben nach Vorkommen, Blütezeit und Verwendung in der Ernährung mit detaillierten Hinweisen zur Zubereitung. In jedem Pflanzenporträt werden die derzeit bekannten Inhaltsstoffe und Heilwirkungen aufgelistet und erläutert sowie Verwechslungsgefahren und Wirkungen toxischer Bestandteile genannt. Angaben zu Gefährdung und Seltenheit sind neu farblich hervorgehoben. Mit rund 570 erstklassigen Farbfotos und 450 Pflanzenzeichnungen zum leichten Bestimmen.

Ein faszinierendes Kapitel unserer europäischen Kulturgeschichte ist die Klosterheilkunde. Sie stellt eine einzigartige 33679861zSynthese zwischen altem Wissen und neuen Erkenntnissen über Heilkräuter und unsere Lebensmittel her. Bereits seit Jahrhunderten leisten Nonnen und Mönche wertvolle Krankenpflege. Die Kräuter aus ihren Klostergärten sind Heilpflanzen, mit denen sich Erkrankungen aller Art erfolgreich behandeln lassen. Dieses Buch beinhaltet über 70 Porträts der wichtigsten Heilkräuter und -pflanzen und zeigt ihre wertvolle Wirkungsweise für uns Menschen. Präzise Rezepturen garantieren erfolgreiche Anwendungen für zu Hause. Ein weiteres Hauptanliegen der Klosterheilkunde ist neben der Heilung die Erhaltung der Gesundheit von Körper, Geist und Seele. Der Schlüssel für die Prävention von Krankheiten lag für die Mönche und Nonnen des Mittelalters insbesondere in der richtigen Ernährung und einer idealen Lebensweise. Vieles von dem alten Heilwissen wird heute durch die moderne, ganzheitliche Ernährungslehre bestätigt. Lesen Sie, warum das Wissen der Nonnen und Mönche ein Segen für unsere Gesundheit ist. Ein umfassendes Nachschlagewerk kompetent, praktisch und hochaktuell.

David Schwärzler und seine Co-Autoren konzentrieren sich in WILDE FREUNDE auf die Pflanzen-Lieblinge unter 50239821zden Wildkräutern, Wildpflanzen und Pilzen. Zahlreiche farbige Abbildungen, die das Erkennen und Bestimmen erleichtern, interessante Geschichten zum Kräuterwissen unserer Vorfahren rund um diese Pflanzen und schmackhafte Rezepte machen das Buch zu einem unerlässlichen Begleiter. Das Besondere an den vorgestellten Kräutern und Pilzen ist, dass sie quasi vor unserer Haustüre zu finden sind, egal ob auf dem Land oder im städtischen Bereich. Man braucht dazu keinen Garten, keinen Balkon, nicht einmal ein Blumenkisterl, man muss einfach nur hinaus aus seinen vier Wänden und schon kann die Entdeckungstour beginnen.

Gundermann in der Küche? Hier geht es zu leckeren Rezepten

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